War Jesus Statthalter von Galiläa?

War Jesus Statthalter von Galiläa?
War Jesus Statthalter von Galiläa?

Johannes Neumann, Thesen zu einer politischen Biographie Jesu, zu den Quellen und den literarischen Vorbildern des Markusevangeliums und zu Lateinzitaten im Alten Testament, Radebeul 2009,
124 Seiten., br., EUR 14,90;
ISBN 978-3-9801264-4-1.

 

Leseprobe:

Sechs Fragen zum neuen Paradigma

1. Wie alt war Jesus bei seinem öffentlichen Auftreten, 30 Jahre nach dem Evangelium des Lukas oder 50 Jahre nach dem Evangelium des Johannes?

2. Warum wurde Jesus verehrt?

3. Warum starb Jesus am Kreuz?

4. Wie ist der Auferstehungsglaube der Jünger entstanden?

5. Berichten die Evangelien die Wunderheilungen Jesu als historische Tatsachen?

6. Stammte Jesus aus der sozialen Unterschicht?

 

Sechs Antworten

1. Jesus war nach Johannes 2,20 und 8,57 im Jahr 27 n. Chr. etwa 50 Jahre alt, wurde also etwa 24/23 v. Chr. geboren. Im Krisenjahr 6 n. Chr. übernahm er mit 30 Jahren sein erstes öffentliches Amt, Lukas 3,23; 4,6.

2. Jesus war von 6 – 33 n. Chr. Statthalter in Galiläa. Nach dem Vorbild des Kaisers Augustus in Rom schuf er einen vorbildlichen Staat, gab der Bevölkerung Arbeit, Brot und Bürgerrechte, sorgte für die Aussöhnung der jüdischen, orientalischen und griechischen Bevölkerung. Wegen seiner Politik des Wohlstands und der Versöhnung zwischen den sozialen Schichten und den Kulturen wurde Jesus als idealer Herrscher, als Messias, verehrt. Die Christen bewahren sein Modell einer guten Gesellschaft in der Form einer religiösen Utopie bis heute.

3. Im Jahr 36 n. Chr., während der sogenannten Armenienkrise, als die Macht der Römer im Osten auf Messers Schneide stand, setzte sich Jesus an die Spitze eines messianischen Aufstand gegen die Römer, Pilatus ließ alle Anführer hinrichten, Lukas 23,32, Josephus, Altertümer 18,4,1. Die Bevölkerung wurde von Pilatus verschont.

4. „Sterben und Auferstehen“ ist ein bekanntes Ritual in den antiken Mysterienkulten, das auf Jesus übertragen wurde.

5. Nein. Die Erzählungen über Heilungs- und Naturwunder sind Gleichnisse im Stil antiker Erzähltraditionen, die wie moderne Anekdoten die Botschaft Jesu verdeutlichen sollen.

6. Nein. Der Vergleich der Evangelien mit der antiken Lebensgeschichte des Fabeldichters Äsop zeigt es: Im Gegensatz zu Äsop kannte Jesus die Leiden der sozialen Unterschicht wie Hunger, Entrechtung, soziale Demütigung nicht aus eigenem Erleben. Er lebte im Überfluss und verbesserte das Los der Armen, zu denen er aber selbst nicht gehörte.

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